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Konzeption (vollkommen neu überarbeitete Fassung 18.02.04)
Jugendhaus „Rote Zora“
Anschrift:
Jugendhaus „Rote Zora“ Geschwister- Scholl- Straße 10 04600 Altenburg Tel.: 03447/315035 Email: jugendcafe-rotezora@gmx.net Home: www.rotezora-abg.de Inhaltsverzeichnis
0. Vorwort........................................................................................................... 3 1. Träger.............................................................................................................. 5 2. Rahmenqualität............................................................................................... 5 3. Einzugsgebiet der Einrichtung (sozialräumliche Beschreibung)........................ 6 4. Räumliche Voraussetzungen............................................................................ 7 5. Personelle Voraussetzungen (Administration).................................................. 9 6. Zielgruppe...................................................................................................... 9 7. Zielsetzung und Methoden............................................................................... 10 8. Öffnungszeiten................................................................................................. 12 9. Gremienarbeit.................................................................................................. 13 10. Ressourcen und Ausblicke................................................................................ 15
„Jugendarbeit bereitet gerade dadurch auf die Wirklichkeit des Lebens vor, dass sie dem einzelnen hilft, sich von dieser Wirklichkeit zeitweise zu distanzieren.“
C. WOLFGANG MÜLLER
3 0. Vorwort
Das Ressort Jugendarbeit überzeugt durch ein hohes Maß an Flexibilität, Multiperspektivität, Methodenvielfalt und Pluralismus. Gleichzeitig werden die damit verbundenen Erschwernisse in den Erläuterungen bzw. Definitionen der Jugendarbeit deutlich. THOLE (2000) spricht gar von einem „verzweigten, zuweilen sogar chaotisch anmutenden Gebilde“. Dennoch bringt er mit seiner Definition den Inhalt der Jugendarbeit auf den Punkt: „Kinder- und Jugendarbeit umfasst alle außerschulischen und nicht ausschließlich berufsbildenden, vornehmlich pädagogisch gerahmten und organisierten, öffentlichen, nicht kommerziellen bildungs-, erlebnis- und erfahrungsbezogenen Sozialisationsfelder von freien und öffentlichen Trägern, Initiativen und Arbeitsgemeinschaften.“ So postuliert THOLE (2000) in seinem Grundlagenbuch „Kinder- und Jugendarbeit: eine Einführung“ weiter: „Kinder ab dem Schulalter und Jugendliche können (im Sozialisationsraum, d.A.) selbständig, mit Unterstützung oder Begleitung von ehrenamtlichen und/oder beruflichen MitarbeiterInnen individuell oder in Gleichaltrigengruppen, zum Zweck der Freizeit, Bildung und Erholung einmalig, sporadisch, über einen turnusmäßigen Zeitraum oder für eine längere, zusammenhängende Dauer zusammenkommen und sich engagieren." Die jungen Menschen sollen außerhalb der Erziehungsinstitutionen Schule, Familie und teilweise der Lehrausbildung sozialisiert bzw. zum (Über-) Leben in der Gesellschaft befähigt werden. Jugendarbeit ist demnach soziale und/oder sozialpädagogisch begründete Arbeit an und mit einzelnen Jugendlichen oder Jugendgruppen. Trotz der verhältnismäßig hohen Repressions- und Autoritätsarmut bleibt der Tätigkeitsbereich Jugendarbeit aus unserer Sicht immer noch ein (Schwellen-) Ort der Bildung und des Lernens sowie der Aufklärung bzw. Erziehung und Experimente „…zwischen Freizeit und Schule und Freizeit und Arbeitswelt…“ im Alltag. Somit erfüllt Jugendarbeit neben Aufgaben der Freizeitgestaltung auch die Hinführung der Jugendlichen, gemäß ihren Interessen, Fertigkeiten und Fähigkeiten, in spätere Aufgabenkreise. Obwohl Jugendarbeit punktuell „nur“ abschirmt, berät, zuhört oder einfach nur da ist, wird sie doch, zumindest nach den Vorstellungen des SGB VIII/KJHG, ein begleitender Bestandteil der Lebenswelt von jungen Menschen bleiben. 4 1. Träger Das Jugendhaus „Rote Zora“ befindet sich in Trägerschaft der Stadtverwaltung Altenburg. Mit der Eröffnung der vormals „Sozialetage Rote Zora“ genannten Einrichtung in der Zwickauer- Straße, sollten zunächst vordergründig linksorientierte bzw. den alternativen Gruppierungen zuzuordnende Kinder und Jugendliche angesprochen werden. Die Stadtverwaltung Altenburg reagierte Anfang 1992 als öffentlicher Träger damit auf die zunehmend eskalierenden Auseinandersetzungen zwischen rechten und linken Szenen und glaubte so präventiv der Gewalt entgegenwirken zu können. Aufgrund der ausdifferenzierten Konzeption für die Einrichtung ergo Soziale Arbeit sowie den ökonomischen und sozialen Veränderungen folgend, wandelten bzw. verlagerten sich ferner die Probleme der Jugendlichen. Es gelang die jungen Menschen in den Stadtteil zu integrieren und das Jugendhaus „Rote Zora“ als einen Ort der Begegnung, Kommunikation, Beratung und Betreuung sowie der Hinführung zur sinnvollen Freizeitgestaltung in der Geschwister- Scholl- Straße 10 zu etablieren. Den Namen entnahm man dem Jugendbuch von KURT HELD „Die rote Zora und ihre Bande“. Der Abenteuerroman „...zählt seit Jahren zu den Klassikern der Jugendliteratur“ und ist seither „Programm“.
2. Rahmenqualität Rechtliche Legitimation erwirbt Offene Kinder- und Jugendarbeit und somit das Jugendhaus „Rote Zora“ auf der Grundlage des SGB VIII/KJHG. Konkret durch die §§ 1 Recht auf Erziehung, Elternverantwortung, Jugendhilfe, 9 (3) Grundrichtung der Erziehung, Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen, 11 Jugendarbeit, 13 (1), (4) Jugendsozialarbeit und schließlich 14 (2) 1. Kinder- und Jugendschutz.
5 3. Einzugsgebiet der Einrichtung (sozialräumliche Beschreibung) Hauptaugenmerk der aufsuchenden bzw. nachgehenden Jugendarbeit der Einrichtung ist die Altenburger Altstadt sowie der Stadtteil Süd- West. Aus diesem Gebiet stammen auch maßgeblich die BesucherInnen des Jugendhauses. Vereinzelt frequentieren Klient/innen das Haus aus umliegenden Gemeinden, wie beispielsweise Windischleuba, geringfügig stärker aus anderen Stadtteilen Altenburgs. Das Einzugsgebiet selbst ist überwiegend geprägt von Park- und Erholungslandschaft. Nur wenige Wohnhäuser befinden sich in unmittelbarer Nähe. Entsprechend dem gesamtdeutschen Trend siedeln sich im direkten Umkreis der Einrichtung weniger produzierendes Gewerbe, denn mehr Service- Betriebe bzw. gastronomische Einrichtungen an. Darunter das „Parkhotel“, ein Spielcasino, Tagescafés, Kino, sowie verschiedene Gaststätten. Die weitere Umgebung umschließt demnach die Innenstadt mit dem Marktbereich und den anliegenden Geschäften etc., die „Gebrüder- Reichenbachschule“, das „Friedrichgymnasium“, den Anger und den dazugehörenden Spielplatz, das Freibad „Südbad“, den „Großen Teich“ mit dem Inselzoo, bis hin zum Skateplatz, der Schwimmhalle, um dann schließlich über die Sehenswürdigkeit „Rote Spitzen“ wieder am Markt anzukommen. Im Einzugsbereich des Jugendhauses, welcher einem Naherholungsgebiet gleicht, leben Menschen eher mittleren bzw. höheren Alters.
4. Räumliche Voraussetzungen Das Jugendhaus selbst ist ein in den zwanziger Jahren erbautes Backsteingebäude. Es wurde im Bauhausstil als Wohn- und Bürohaus für einen ehemaligen Industriekomplex sowie der Stadtwerke Altenburg errichtet. Die zum Werk gehörenden maroden Fertigungshallen sind inzwischen abgerissen worden – und nun kennzeichnet Brachland das Gelände hinter dem Gebäude. Direkt davor, allerdings, befindet sich noch eine kleine betonierte Freifläche, welche mit einem Freiluftschachbrett und einem Streetballkorb versehen ist. Mit einer Gesamtnutzfläche von insgesamt rund 320 m² ist das dreigeschossige Gebäude fast komplett ausgelastet. Lediglich zwei kleinere Räume mietet gegenwärtig der Kreisjugendring Altenburger Land e.V. Nun folgt im Detail die Darstellung der größtenteils von den Jugendlichen ausgestalteten Räumlichkeiten:
6 2. Obergeschoss, Wohnung links: v Flur (4,5 m²) mit großer Infowand und Spüle (die Jugendlichen sollen nach Möglichkeit ihr Geschirr selbst aufwaschen) v Toilette (3,0 m²) v Begegnungsraum bzw. Küche (25,0 m²) mit kleiner Infowand und Küchenzeile (die Jugendlichen kochen und backen selbst), der Raum ist der zentrale Treffpunkt mit kleiner Musikanlage, Dartautomat und großem Tisch + Sofa v Mehrzweckraum (20,0 m²) mit verschiedenen Beschäftigungsmöglichkeiten wie z.B.: Karten-, Brett- und Würfelspiele, Kicker, außerdem Video- und Fernsehmöglichkeit sowie Computer v Büro (10,0 m²) ausgestattet mit Kopierer, Computer + Internet, Drucker, Büromöbel etc. 2. Obergeschoss, Wohnung rechts: v Flur (4,0 m²) mit dem „Schwarzen Brett“ v Vorraum (10,0 m²) Rückzugsmöglichkeit für Jugendliche, Treffpunkt für Freunde der Bands; ausgestattet mit Sofa + Tisch sowie kleiner Musikanlage v Bandproberaum (20,0 m²) derzeit proben 3 Bands; mit entsprechender Technik ausgestatteter (Schlagzeug, PA- Anlage etc.) v Bandproberaum (20,0 m²) speziell für HipHop- Projekte, Freestyle, Sprechgesang etc., das Equipment bringen die Musiker zum Großteil selbst mit v Abstellraum (3,0 m²) wird als Lager für Putz- und Reinigungsmittel sowie für Getränkelagerung genutzt 1. Obergeschoss: (Jugendcafé in begleiteter- Selbstverwaltung) v Flur (6,0 m²) mit Bücher- und Zeitschriftenregal und Dartautomat v Tischtennisraum (12,0 m²) mit Tischtennisplatte v Rückzugs- und Hausaufgabenraum (12,0 m²) Rückzugsmöglichkeit für Jugendliche, Möglichkeit in Ruhe Hausaufgaben zu erledigen, mit Sofa + Sessel + Tisch v Billardzimmer (20,0 m²) mit kleinen Billardtisch und Zubehör, kleiner Tisch + 2 Stühle v Barraum (8,0 m²) mit Sitzbank, selbstgefertigter Bar und großem Kühlschrank v Saal (30,0 m²) Mehrzweckraum für Konferenzen, Themenabende, Kinoabende, Versammlungen, Veranstaltungen etc. v Toilette (5,0 m²)
7 Parterre: („Minizora“: rauchfreie Zone für Kinder zwischen ca. 6 und ca. 13 Jahren vorbehalten) v Küche (20,0 m²) mit kleiner Küchenzeile, einem Tisch + Stühle, Die Kinder können sich Speisen aller Art zubereiten, Tee trinken etc., Spüle geeignet um z.B.: Pinsel auszuwaschen etc. v Toiletten (insg. 6,0 m²) v Computerraum (20,0 m²) Computerzeile für Kids, z.B.: für Anfängerkurse etc. v Büroraum (9,0 m²) Projektraum für Zora- Projekt „Altenburg- Wiederentdeckt von Jung gesehen“ v Werkstatt/Atelier (25,0 m²) komplett mit Hobel- und Werkbank, verschiedenen Werkzeugen und Werkstoffen versehen; (die Kinder und Jugendlichen haben die Möglichkeit sich in jedweder Hinsicht künstlerisch- kreativ zu entfalten) v Flur (6,0 m²) v Vermietete Räume (2x 7,0 m²) vermietet an Kreisjugendring Altenburger Land e.V.
5. Personelle Voraussetzungen (Administration) Das Jugendhaus „Rote Zora“ ist eine nachgeordnete Einrichtung der Stadtverwaltung Altenburg und gliedert sich dem Referat 51 Jugend und Sport an. Um sowohl aus qualitativer als auch aus quantitativer Perspektive festgeschriebene Qualitätskriterien der Offenen Jugendarbeit zu erfüllen, sind mindestens zwei festangestellte, qualifizierte SozialarbeiterInnen notwendig. Derzeit werden zwei VBE zu je 40 Stunden pro Woche tätig. Wobei keine der beiden den Abschluss zum Diplom Sozialpädagogen, oder ähnliche Abschlüsse, vorweisen können. Eine Fachkraft verfügt über den Ausbildungsabschluss „Staatlich anerkannter Erzieher“, bemüht sich aber gegenwärtig um die Erlangung des Diplom Sozialarbeiter/Sozialpädagogen (FH). Generell signalisiert das Personal Bereitschaft zur Weiterbildung. Unterstützung finden die MitarbeiterInnen in Form einer nahezu ständig präsenten ABM- Kraft. Weitgehend handlungsautonom verwaltet das Fachpersonal einen eigenen bzw. vom Träger zur Verfügung gestellten Finanzhaushalt. Sach- und Betriebskostenüberwachung sowie Einnahmen und Ausgaben (im Rahmen des vorgegebenen Budgets) obliegen den in der Einrichtung tätigen SozialarbeiterInnen. Vor Ort im Jugendhaus, verbleibt eine Barkasse mit 100,- €. So können kleinere Dinge des Alltags, wie z.B.: Lebensmittel oder Bastelmaterial eingekauft werden. In Zusammenarbeit mit dem Referatsleiter und der Haushaltssachbearbeiterin lassen sich größere Beträge, die also 100,- € überschreiten, ohne weiteres per Rechnung begleichen. 8 6. Zielgruppe Entsprechend den gesetzlichen Grundlagen des SGB VIII/KJHG steht das Jugendhaus „Rote Zora“ vorbehaltlos allen Kinder und Jugendlichen offen. Doch sowohl durch den sinngebenden Namen als auch durch spezifische Angebote, siedeln sich die Jugendlichen vornehmlich im links- alternativen Spektrum an. Darüber hinaus zählen auch Jugendliche aus der Gothic-, HipHop- und Skateszene, die zunächst nach außen hin nicht zwingend politisch motiviert oder aktiv zu sein scheinen, zu den Stammbesuchern. Beeinflusst durch exogene Faktoren wie beispielsweise Wetterunbilden, Ferien, Schule oder Ausbildung schwankt die Menge der anwesenden Besucher. Im Laufe des Tages, bis in die späten Nachmittagstunden, steigen die Besucherzahlen rapide an. So frequentieren täglich etwa 40 bis 50 Jugendliche im Alter zwischen 13 und 29 Jahren die Sozialeinrichtung. Der Mädchen- bzw. Jungenanteil darf als ausgewogen eingeschätzt werden. Durch die eher projektorientierte Jugendarbeit, die die SozialarbeiterInnen neben den täglichen Angeboten insbesondere verfolgen, wird ein breiteres Publikum angesprochen. Mit dieser- und vor allem der nachgehenden bzw. aufsuchenden Sozialarbeit, erreichen wir KlientInnen, die nicht oder nur selten das Jugendhaus besuchen, z.B.: jene die im Stadtteil wohnen oder in einer im Einzugsgebiet befindlichen Schule unterrichtet werden. Über dies soll nachgehende, cliquenorientierte Jugendarbeit im sozialen Umfeld, z.B.: im Marktbereich, Brauhausstraße- Braugartenweg oder an der Schwimmhalle weiteren Jugendlichen Zugang und Bekanntheit des Jugendhauses geboten werden. Anmerkung: Nicht alle KlientInnen, die die Einrichtung nutzen, sind zwingend problembehaftet, d.h. viele Jugendliche verbringen in der „Roten Zora“ einfach nur ihre Freizeit oder treffen sich mit Gleichaltrigen. Nachforschungen zu Folge befinden sich etwa 40% der BesucherInnen in Schulbildung (überwiegend aus den Schulen „Gebrüder Reichenbach“ und „Erich Mäder“), ca. 20 % studieren an Fachhochschulen bzw. Universitäten umliegender Großstätte (Leipzig, Jena, Chemnitz...), annähernd 10 % ordnen sich einer Lehrausbildung oder ähnlichem zu (z.B.: BVJ, Umschulung), nahezu 10 % besuchen ein Gymnasium (vornehmlich das „Friedrichgymnasium“), etwa 10 % stehen in einem Arbeitsverhältnis und fast 10 % sind ohne Erwerbstätigkeit.
9 7. Zielsetzung und Methoden Offene Kinder- und Jugendarbeit erbringt Leistungen, die junge Menschen in ihrer individuellen und sozialen Entwicklung fördern und dazu beitragen, Benachteiligungen zu vermeiden oder abzubauen. Sie soll Kindern und Jugendlichen unabhängig ihrer politischen oder religiösen Anschauung, ihrer sozialen Herkunft, ihrer Nationalität und ihres Geschlechts Räume (im weitesten Sinne) zur Verfügung stellen, die ihnen Möglichkeiten bieten, sich zu treffen, soziale Kontakte zu pflegen sowie mit Freunden selbstbestimmt ihre Freizeit zu verbringen. Das Jugendhaus „Rote Zora“ versucht an den Kapazitäten der SozialarbeiterInnen und der Einrichtung orientiert, den Jugendlichen- auch ihre Voraussetzungen berücksichtigend- auf unterschiedlichsten Interessengebieten, verschiedene Angebote zu ermöglichen. Die jungen Menschen sollen in der Lage sein, Angebote und Aktivitäten rege mitzugestalten und mitzubestimmen. In halbjährlichen Vollversammlungen oder im s.g. „Café- Team“ (Clubrat) haben sie die Möglichkeit dazu. Während der monatlichen Café- Team Beratungen tauschen die sieben als „Verwaltungshelfer“ deklarierten Jugendlichen- weitgehend selbsterziehend- Probleme, Vorstellungen oder neue Angebote aus. Hier haben sie überdies die Möglichkeit eigenständig einen Dienstplan zu erstellen und Alltagssituationen wie beispielsweise das Einhalten der Öffnungszeiten, die Schlüsselübergabe oder die Reinigung zu bewältigen. Das Sozialarbeiterteam tritt zu diesem Zeitpunkt begleitend und beratend in den Hintergrund, so dass umso mehr die Förderung des Ehrenamtes und des freiwilligen Engagements der Jugendlichen zum Tragen kommen. Darüber hinaus haben sich die Fachkräfte zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche zur Selbständigkeit, Eigeninitiative, Selbstorganisation, Kritikfähigkeit und Sozialkompetenz hinzuführen sowie die Fähigkeit zu erlangen Eigenverantwortung zu übernehmen bzw. eigenverantwortlich zu handeln. Vor dem Hintergrund des Empowerment- Prinzips, in dem Betroffene zu Beteiligten und Beteiligte zu Mitwirkenden werden, finden die KlientInnen mit begleitender Unterstützung der Profession in Form von Gesprächen, determinierten Veranstaltungen etc. Konzepte bzw. Strategien der Lebensbewältigung. Ferner gilt es durch spezielle Projekte, wie z.B.: der „Aktionswoche gegen Gewalt und Rassismus“ oder dem „Rollstuhlprojekt“, verschiedenen Angeboten, wie z.B.: dem Weihnachtsschachturnier oder dem Kinotag sowie entsprechend aktuellen Situationen, wie z.B.: der augenblickliche Reformkurs der Bundesregierung, gewaltfreies Verhalten und demokratisches Verständnis zu entwickeln sowie Handlungsmuster zur gewaltfreien Konfliktbewältigung aufzuzeigen bzw. zu praktizieren. 10 Innerhalb jener Wertevermittlung, in die sich die SozialarbeiterInnen authentisch einbringen, dürfen zu vermittelnde Tugenden wie beispielsweise Ehrlichkeit, Toleranz, Emanzipation, Mündigkeit oder Moral nicht außer Acht gelassen werden. Zu den markantesten Methoden zählen die Einzelfallhilfe, Gruppenarbeit, Präsenz, freizeitpädagogische Arbeit, außerschulische Bildung (-sangebote), koedukative, bei Bedarf und Möglichkeit geschlechtsspezifische Angebote, informelle Angebote und Aktivitäten sowie aufsuchende Jugendarbeit. Von grundlegender Bedeutung und wichtigste Voraussetzung aller eben genannten Methoden ist die Beziehungsarbeit, z.B.: durch konstant präsentes Personal, ohne die z.B.: Mediation nur bedingt realisierbar erscheint. Die Methode Gemeinwesenarbeit lässt auf alle für die jungen Menschen relevanten Planungsvorgänge im Stadtteil Einfluss nehmen, Eltern partizipieren oder ehrenamtliche Mitarbeiter gewinnen. Eigens zu diesem Zweck gründete sich (trägerübergreifend) die Initiative „Altenburg lebt“ oder das hausinterne Café- Team. Eine Hausordnung und mehrere „Unterverordnungen“ regeln das (Zusammen-) Leben im Jugendhaus „Rote Zora“. Sie machen sich notwendig, da das Haus im Grunde aus drei Einrichtungen besteht: Zum einen aus dem in der Parterreetage und dem 2. Obergeschoss integrierten Kinder- und Jugendtreff und zum anderen aus dem im 1. Obergeschoss befindlichen Jugendcafé und schließlich aus der „Minizora“ in der Parterreetage. Das Café betreibt das Café- Team quasi selbst. Während sich die SozialarbeiterInnen wöchentlich einmal zu Teamberatungen zusammenfinden, trifft und partizipiert sich das Café- Team für ähnlich gelagerte Problembehandlungen, wie bereits erwähnt, monatlich einmal zu Beratungen. Mit Hilfe von Aktionen wie beispielsweise Haus- bzw. Stadtteilfesten oder Projekten, die Anwohner zu Mitwirkenden machen, soll die Integration der Einrichtung in das soziale Umfeld gelingen. Die Kooperation mit Institutionen anderer Ziel- und Leistungsträger, wie z.B.: den o.g. Schulen ist als Standard bzw. selbstverständlich anzusehen. Darüber hinaus werden mit regelmäßigen Rundschreiben oder Besuchen die Beziehungen zu Nachbarn gepflegt sowie diese für die Belange der Kinder und Jugendlichen sensibilisiert. Außerdem sorgen laufend erscheinende Zeitungsartikel für wirkungsvolle Öffentlichkeitsarbeit. Festinstallierte Angebote, wie beispielsweise der Kicker, der „Kummerkasten„ oder die Tischtennisplatte, dienen nicht nur zur Steigerung der Attraktivität des Jugendhauses, sondern werden instrumentalisiert und als Mittel zum Zweck benutzt. Sie sollen stets allen Besuchern, also auch jenen, die aus sozial schwachen Milieus stammen, zugänglich sein. Denn oftmals erreichen die SozialarbeiterInnen die Klienten nur über diese (Um-) Wege. 11 So können schnell wichtige Gespräche oder persönliche Situationen entstehen, die das Vertrauen der Kinder und Jugendlichen gewinnen lassen. Eine hohe Identifikation der BesucherInnen mit dem Haus und das Haus mit dem sozialen Umfeld wird durch Zorasticker, einem Werbeaufsteller vorm Haus, kleine Fähnchen mit dem Zoralogo, einem Zorastempel sowie Zora- T- Shirts erreicht. Zudem können sich alle anfallenden Neuigkeiten von mehreren ausladenden Pinwänden oder dem „Schwarzes Brett“ eingeholt werden.
9. Gremienarbeit Das SozialarbeiterInnen- Team des Jugendhauses „Rote Zora“ konstituiert sich mindestens einmal wöchentlich. Diese, meist montags oder zu Wochenbeginn stattfindenden Beratungen, dienen zum Austausch von Informationen und Neuigkeiten bzw. für Planungen und administrative Aufgabenbereiche. Hier werden Absprachen getroffen, hausinterne Vereinbarungen gefällt, fachliche Fragen erörtert oder alltägliche Probleme besprochen. Einmal im Monat tritt das gesamte Team der Offenen Jugendarbeit der Stadtverwaltung Altenburg zusammen. In diesem trägerinternen Gremium werden ebenfalls aktuelle Geschehnisse diskutiert, darüber hinaus aber auch einrichtungsübergreifend Fachdiskurse geführt. Kooperation und Vernetzung praktiziert die „Roten Zora“ mit den Schulen „Gebrüder- Reichenbach“, „Erich Mäder“ und dem „Friedrichgymnasium“...überdies mit anderen Jugendeinrichtungen wie dem „Abstellgleis“, „East Side“ der Drogenkontaktstelle/Streetwork der Diakonie, dem Kreisjugendring Altenburger Land usw.
12 10. Öffnungszeiten o Im Folgenden sind die Öffnungszeiten des Kinder- und Jugendtreffs „Rote Zora“ dargestellt:
Je nach Projekt oder Veranstaltung ist auch samstags und/oder sonntags geöffnet. o Im Folgenden sind die Öffnungszeiten des Jugendcafés „Rote Zora“ dargestellt:
Samstags ist das Café von 17.oo Uhr – o1.oo Uhr geöffnet. o In Folgenden sind die Öffnungszeiten der „Mini- Zora“ dargestellt:
13 10. Ressourcen und Ausblicke In Zukunft wird das ganz neue Projekt- die „Mini- Zora“ stärker zum Tragen kommen. Mit welchem Personal, in welcher Form das neue Angebot abgedeckt werden soll, ist allerdings noch nicht in Gänze ausgereift. Tatsache ist, dass speziell Kinder im Alter zwischen 8 und 13 Jahren mittels z.B.: Kreativangeboten interessiert sowie Fertigkeiten und Fähigkeiten bewusst gemacht werden sollen. Ein weiteres Projekt verbirgt sich hinter „Altenburg- von Jung gesehen und wiederentdeckt“. 4 Jugendliche versuchen die Geschichte der Stadt Altenburg unter den verschiedenen Themen, wie beispielsweise „Der Prinzenraub“ oder „Die Antifa- Bewegung im Altenburger Land während des III. Reiches“ aufzuarbeiten und gegebenenfalls Stadtführungen oder Diavorträge zu organisieren. Kinder und Jugendliche stehen in ihrem Selbstfindungs- und Verwirklichungsprozessen besonders unter Anspannung bzw. dem Druck der Alltagsbewältigung. Aus diesem Grunde sind in Zukunft wieder vermehrt Ferienfreizeiten, z.B.: Jugendaustauschfahrten in die Partnerstadt Offenburg geplant. So haben sie die Möglichkeit sich zu reorganisieren, zu erholen und in der Gruppe (neu) zu entdecken bzw. entspannt Abenteuer zu erleben.
Alle weiteren Veränderungen publizieren die Fortschreibungen.
Unterschrift
Rico Schwertner Sozialarbeiter Jugendhaus „Rote Zora“
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